Title: &#8230;seit 1855
Author: RegioHelden
Published: 9. April 2025
Last modified: 19. März 2026

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# Außenmedien⏎ Information und Werbefläche mit Tradition

Mit der Einführung der Litfaßsäule im Jahr 1855 beginnt in Berlin die **Geschichte
der modernen Außenmedien**. Ernst Litfaß schuf damit einen neuen Ort der öffentlichen
Kommunikation: sichtbar, für alle zugänglich und fest im Stadtbild verankert. Von
Anfang an verband die Litfaßsäule Information und Werbung – für die Stadt und für
die Berlinerinnen und Berliner. 

Diese Idee wirkt bis heute fort. Außenmedien haben sich technisch weiterentwickelt,
ihre Funktion im öffentlichen Raum jedoch bewahrt. Digitale Flächen ermöglichen 
heute aktuelle Hinweise, kulturelle Informationen und Warnmeldungen in Echtzeit.
So knüpfen moderne Außenmedien an ihre Berliner Tradition an und bleiben Teil einer
öffentlichen Informationsinfrastruktur, die sich mit der Stadt weiterentwickelt.

## Litfaßsäulen⏎ als Info- und Ordnungselemente

![Historische Litfaßsäule mit Plakaten, zwei Männer in Anzug und Mütze, Umgebung
mit Bäumen.](https://www.faktencheck-aussenwerbung.de/wp-content/uploads/sites/11246/
2025/04/Anonym_Hamburger-Anschlagssaeule-1909-636x1024.jpg)

Bevor es Litfaßsäulen gab, herrschte in den Städten Chaos: Man sprach von der „Plakatpest“,
denn jeder klebte unkontrolliert, wie und wo es ihm gefiel.

Durch Industrialisierung und Urbanisierung stieg der Kommunikationsbedarf kleiner
wie großer Unternehmen, die ihre Produkte an das Volk bringen wollten. Auch Kulturschaffende
und gesellschaftliche Bewegungen suchten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. 
Das Plakat war ein probates Mittel für sie alle, um sichtbar zu werden. Weil das
unreglementierte Plakatkleben vielerorts das Straßenbild beherrschte, sprach man
von der „Plakatpest“. Erst die **Litfaßsäule als zentrale Informationsstelle **ordnete
das Plakatkleben. Verbunden mit dem exklusiven Recht, Werbung und Informationen 
auf den Säulen zu zeigen, war auch die Pflicht, Wildplakatierung in den Städten 
zu entfernen. So wurden die Städte der „Plakatpest“ Herr.

**Die Idee der Litfaßsäule half also allen:**

 * Bürger:innen fanden dort wichtige Informationen – etwa amtliche Bekanntmachungen
   und Depeschen.
 * Die Stadt war das Problem der Wildplakatierung los und konnte sicher sein, dass
   die Plakate Recht und Gesetz entsprachen.
 * Werbende Firmen, besonders Kleinbetriebe und Einzelhandel, bekamen fest buchbare
   Plätze, die niemand einfach überkleben durfte.
 * Außenwerber:innen konnten damit ein gutes Geschäft aufbauen. Bis 1865 hatte Ernst
   Litfaß in Berlin die Exklusivrechte für seine Säulen.

## Werbung als Kunstform

Die Außenmedien wandeln sich in den **1920er-Jahren**. Plakate werden immer wichtiger.
Ihre Gestaltung entwickelt sich zu einer eigenen Kunstform, die bis heute in Wettbewerben
wie der „[Plakadiva](https://www.plakadiva.com/)“ gewürdigt und als geschätzte Kunstform
regelmäßig ausgestellt wird – z. B. im Museum Folkwang, welches das Deutsche Plakatmuseum
beherbergt.

Die Städte erkennen zwei Dinge immer klarer: In der Vermarktung kommunaler Werbeflächen
steckt für sie** wirtschaftliches Potenzial**. Und: Eine Regulierung verbessert 
das Erscheinungsbild der Städte erheblich. Dafür wird 1922 die „Städte-Reklame GmbH“
gegründet. Es gibt sie zunächst in Frankfurt am Main, Kassel und München.

![](https://www.faktencheck-aussenwerbung.de/wp-content/uploads/sites/11246/2025/
04/Werbung-als-Kunstform-1024x716.jpg)

## Außenmedien im Krieg⏎ Staatspropaganda und Verwaltungshinweise

In den **1930er-Jahren** und im Zuge des Nationalsozialismus erleidet die anspruchsvolle
Plakatkultur einen Rückschlag. In den **1940er-Jahren **dienen Außenmedien vor allem
Bekanntmachungen von Verwaltung und Militär. Nach dem Zweiten Weltkrieg ändert sich
daran zunächst wenig. Nun beanspruchen die alliierten Besatzungsmächte die Anschlagflächen
für sich.

## Außenwerbung⏎ im Aufschwung – neue Märkte, neue Flächen

Langsam entsteht in der Nachkriegszeit wieder ein Geschäft mit der Reklame. In den**
1950er-Jahren** profitiert auch die Außenwerbung vom Wirtschaftswunder. Die „Deutsche
Städte-Reklame“ (DSR) hat 1953 bereits mehr als 500 Pachtverträge abgeschlossen.
Ihr Umsatz beträgt rund zehn Millionen Mark.

Großflächen, geklebte Plakate im 18/1-Bogenformat, entstanden in den Nachkriegsjahren
vor Baulücken und auf Trümmergrundstücken und waren etwa seit Anfang der 1950er 
Jahre in der Bundesrepublik Deutschland weit verbreitet.

![Eine Straßenwerbung für Nivea in Schwarzweiß mit Fahnen und Passanten, aus den
1930er Jahren.](https://www.faktencheck-aussenwerbung.de/wp-content/uploads/sites/
11246/2025/04/Aussenwerbung-im-Aufschwung-1-1024x737.jpg)

Außenwerbung konzentriert sich zunehmend auf **drei Geschäftsfelder**: Werbung auf
kommunalem Grund, auf privatem Grund sowie in und an öffentlichen Verkehrsmitteln.
Mitte der 1950er-Jahre können Firmen auch Großflächen buchen. Sie entstehen zunächst
auf Ruinen-Grundstücken, die mit der Werbung wirkungsvoll und lukrativ verkleidet
werden.

Die Konkurrenz unter den Außenwerber:innen wächst in dieser Zeit. 1963 bieten bereits
80 Firmen großflächige Plakate auf Privatgrund an. Heute sind im B|A|M - Bundesverband
Aussenmedien e.V. rund **100 Unternehmen** und mehr als 90 Prozent des Umsatzes 
der deutschen Out-of-Home-Branche zusammengeschlossen.

## Wachstum und Wandel⏎ der Außenwerbe-Branche

![Eine bunte Straßenbahn in einer geschäftigen Stadtstraße mit älteren Gebäuden 
im Hintergrund.](https://www.faktencheck-aussenwerbung.de/wp-content/uploads/sites/
11246/2025/04/Wachstum-und-Wandel-1024x682.jpg)

1978 erreicht der Umsatz der DSR erstmals 100 Millionen Mark. Neben den Kommunen
hat sie zahlreiche Verkehrsbetriebe als Partner und 30.000 Anschlagflächen in 720
Städten. Kreativagenturen entdecken die Außenwerbung als reichweitenstarkes Medium
wieder.

Aus den **1980er-Jahren** stammen die ersten verglasten Wartehallen mit **City-Light-
Postern als Werbeträger**. Das Konzept ist bis heute erfolgreich: Außenwerbefirmen
errichten in Zusammenarbeit mit den Städten Wartehäuschen für den ÖPNV. Sie zahlen
Planung, Bau, Wartung, Pflege und Strom der Stadtmöblierung und finanzieren das 
durch die Vermarktung von Werbung. Der ÖPNV und die öffentliche Hand sparen damit
Kosten und die Fahrgäste stehen nicht im Regen.

## Größere Vielfalt⏎ Digitale Außenmedien entstehen

Mit neuer Technik wandeln sich die Außenmedien erneut. **1994 **startet der** erste
Infoscreen in der Münchner U-Bahn**. Heute zeigen digitale Anlagen bundesweit Inhalte
in Echtzeit.

Im Rahmen der Digitalisierung entwickeln sich Plakatflächen zu Medien, die neben
Warnmeldungen auch Nachrichten, Wetter, Sport, Kultur und Entertainment zeigen. 
Heutzutage spricht man von Außenmedien, denn dieser Content auf werbefinanzierten
Medienträgern im öffentlichen Raum ist längst ein fester Bestandteil der Information
mobiler Menschen geworden.

Das hat unter anderem Vorteile für Kulturbetriebe, die ihre Veranstaltungen von 
jeher über Außenmedien ankündigen: Sie sparen den Plakatdruck, weil sie nur einen
Spot produzieren müssen, bekommen meist Sonderkonditionen für ihre Buchungen und
können schnell auf mangelnde Auslastung oder ausverkaufte Veranstaltungen reagieren.

## Litfaßsäule neu gedacht⏎ Info-Medien für die digitale Gesellschaft

![Eine belebte Stadtstraße mit Fußgängern und einem großen Werbeschild auf dem Bürgersteig.](
https://www.faktencheck-aussenwerbung.de/wp-content/uploads/sites/11246/2025/04/
Litfasssaeule-neu-gedacht-1024x683.jpg)

Mit dem Wandel des Mediennutzungsverhaltens vor allem junger Menschen sinken die
Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften. Das **Internet **wird als Informationsquelle
zunehmend wichtiger. Doch dort wächst gleichzeitig die Anzahl sogenannter Fakenews.
Allgemein zugängliche, verlässliche und verifizierte Informationen gewinnen (wieder)
an Bedeutung.

Diese Verantwortung übernehmen Außenmedien zunehmend. Sie übertragen dabei die Idee
der Litfaßsäule aufs Digitalzeitalter: Außenmedien zeigen** Wetter und Kurznachrichten**,
zum Beispiel auf Infoscreens in Bahnhöfen. Behörden und Polizei können aktuelle 
Warnmeldungen oder Personensuchen bundesweit ausspielen.

## Aufmerksamkeit⏎ für kulturelle und gesellschaftlich wichtige Organisationen

Zudem bieten Außenwerbefirmen gesellschaftlich und kulturell relevanten Organisationen
ein Forum, oft zu vergünstigten Konditionen. Ein Beispiel sind **[Kampagnen zahlreicher Hilfsorganisationen](https://www.faktencheck-aussenwerbung.de/aussenmedien-fuer-berlin/)**–
von Tierschutz über Spendenaktionen für Krisengebiete bis hin zu Gesundheitsthemen.

![Mann in THW-Uniform, lächelt. Text: "Danke, dass unsere Hilfe nicht nur im Notfall
sichtbar wird."](https://www.faktencheck-aussenwerbung.de/wp-content/uploads/sites/
11246/2025/04/Aufmerksamkeit-fuer-kulturelle-und-gesellschaftlich-wichtige-1024x576.
jpg)

Um auf diese wichtige gesellschaftliche Funktion und die enorme Reichweite moderner
Außenmedien, die diskriminierungs- und barrierefrei alle mobilen Menschen erreicht,
aufmerksam zu machen, führt der [B|A|M - Bundesverband Aussenmedien e.V.](https://faw-ev.de/)
regelmäßig Branchen-Kampagnen durch – wie die im März 2025 bundesweit gestartete
[„**Danke-Aktion**“](https://faw-ev.de/out-of-home-blog/607-danke-aktion-des-fachverbands-aussenwerbung-ev-faw-gestartet),
in der zahlreiche Menschen aus sozialen Nichtregierungsorganisationen, aus Verbänden,
aus Kultur, Sport und Stadtleben zu Wort kommen.

Die Zahl der Werbeträger ist in den letzten Jahren insgesamt rückläufig. So sank
die Anzahl von Großflächen im Rahmen der Qualitätsoffensive der Außenwerbung von
252.000 im Jahr 1995 auf 154.000 im Jahr 2024 deutschlandweit. Expert:innen rechnen
für 2025 mit einem weiteren Rückgang auf 140.200 dieser Werbeträger.

## Außenmedien⏎ als regulierte Stadtmöblierung

![Bushaltestelle in einer Stadt mit begrüntem Dach, Plakate und Menschen im Hintergrund.](
https://www.faktencheck-aussenwerbung.de/wp-content/uploads/sites/11246/2025/04/
Aussenmedien-als-regulierte-Stadtmoeblierung.jpg)

Die Ausschreibung von **Werberechten auf städtischem Grund **folgt ebenso klaren
Regeln wie Aufbau und Betrieb von Außenmedien: Sie werden dort errichtet, wo kommunale
Behörden – wie Bau-, Verkehrs- und Ordnungsämter – zuvor ihre Genehmigung erteilt
haben. Damit ist gewährleistet, dass sich die Medien ins Straßenbild einfügen, den
Verkehr nicht stören und den Bauvorschriften entsprechen.

## Nachhaltigkeit⏎ im Fokus

Deutschland ist weltweit das Vorzeigeland für **nachhaltige Außenmedien**: Hierzulande
werden die Medien mit einem sehr niedrigen Energieverbrauch betrieben, der aufgrund
der permanenten Innovationsdynamik der Branche kontinuierlich reduziert wird. Im
Vergleich zu anderen Mediengattungen – wie Print, Online und Fernsehen – haben Out-
of-Home-Kampagnen einen sehr kleinen CO₂-Fußabdruck. Das belegen Studien wie der
GreenGRP.

![Blick auf ein bepflanztes Dach mit einem kleinen, hölzernen Insektenhotel.](https://
www.faktencheck-aussenwerbung.de/wp-content/uploads/sites/11246/2025/04/Nachhaltigkeit-
im-Fokus.jpg)